
Über Geld zu sprechen, während man um einen Menschen trauert, fällt schwer, und doch muss die Bestattung bezahlt werden. Für eine einfache Beerdigung nennt die Verbraucherzentrale 3.000 bis 5.000 Euro; je nach Bestattungsart, Friedhof und Wünschen kann es deutlich mehr werden. Bezahlen müssen grundsätzlich die Erben. Reicht das Geld nicht, übernimmt das Sozialamt unter Umständen die erforderlichen Kosten.
Dieser Artikel zeigt, woraus sich die Beerdigungskosten zusammensetzen, wer zahlen muss, welche Hilfen es gibt, was heute noch unter Sterbegeld läuft und welche Kosten sich steuerlich auswirken.
Wie viel kostet eine Beerdigung in Deutschland?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, weil die Preise von Ort zu Ort stark schwanken. Die Verbraucherzentrale nennt für einfache Beerdigungen 3.000 bis 5.000 Euro (Stand: August 2026). Mit Grabstein, aufwendiger Trauerfeier oder einem Wahlgrab steigt die Summe schnell. Die Kosten fallen in mehreren Blöcken an:
Bestattungsunternehmen: Abholung, Versorgung der verstorbenen Person, Sarg oder Urne, Behördengänge, Organisation der Trauerfeier.
Formalitäten: ärztliche Leichenschau, Sterbeurkunden, bei einer Feuerbestattung meist eine zweite Leichenschau.
Friedhof und Krematorium: Grabnutzungsrecht, Beisetzung, Nutzung der Trauerhalle, Einäscherung. Diese Gebühren legt jede Kommune in ihrer Friedhofsgebührensatzung selbst fest.
Grab und Grabpflege: Grabstein oder Grabplatte, Bepflanzung, laufende Pflege über die Ruhezeit.
Persönliches: Traueranzeige, Trauerkarten, Blumen, Musik, Rednerin oder Redner, Bewirtung nach der Feier.
Ein Beispiel für die festen Posten ist die Leichenschau. Ihre Gebühr ist in der Gebührenordnung für Ärzte, Abschnitt B VII geregelt und wird von den Angehörigen bezahlt, weil die Krankenversicherung mit dem Tod endet. Stiftung Warentest nennt dafür in der Regel 103 bis 265 Euro. Auch die Gebühr für die Sterbeurkunde unterscheidet sich: In Nordrhein-Westfalen kostet die erste Urkunde nach dem Verwaltungsportal des Bundes in der Regel 10 Euro, beim Standesamt Stuttgart 20 Euro.
Ist eine Feuerbestattung günstiger als eine Erdbestattung?
Häufig ja, aber nicht automatisch. Ein Urnengrab ist meist kleiner, und die Grabpflege fällt geringer aus als bei einem Sarggrab. Dafür kommen bei der Feuerbestattung die Kosten für das Krematorium und eine zweite ärztliche Leichenschau hinzu, die etwa in Nordrhein-Westfalen vor jeder Einäscherung vorgeschrieben ist (§ 15 Bestattungsgesetz NRW). Am Ende entscheiden vor allem die Friedhofsgebühren am Ort und die gewählte Grabart.
Auch Alternativen wie Baum-, Wald- oder Seebestattung können die Kosten verändern, weil oft kein Grabstein und keine Grabpflege anfallen. Was erlaubt ist, bestimmt das Bestattungsrecht des jeweiligen Bundeslandes. In Nordrhein-Westfalen etwa muss die Urne auf einem Friedhof oder auf See beigesetzt werden (§ 15 Abs. 5 BestG NRW). Einige Länder haben ihre Regeln in den vergangenen Jahren gelockert; fragen Sie im Zweifel den Bestatter oder die Friedhofsverwaltung vor Ort.
Wer muss die Beerdigungskosten bezahlen?
Das Gesetz ist knapp: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers“ (§ 1968 BGB). Die Kosten werden also aus dem Nachlass bezahlt, bei mehreren Erben gemeinsam. Das Geld auf dem Konto der verstorbenen Person darf dafür verwendet werden; welche Nachweise die Bank verlangt, lesen Sie unter Konto eines Verstorbenen.
Davon zu unterscheiden ist die Bestattungspflicht. Wer dafür sorgen muss, dass überhaupt eine Bestattung stattfindet, regelt das Landesrecht, und zwar unabhängig vom Erbe. In Nordrhein-Westfalen sind das der Reihe nach Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, volljährige Kinder, Eltern, volljährige Geschwister, Großeltern und volljährige Enkel; kümmert sich niemand, veranlasst die Ordnungsbehörde die Bestattung (§ 8 BestG NRW) und stellt die Kosten in Rechnung. Wer ein Erbe ausschlägt, ist deshalb nicht in jedem Fall von den Bestattungskosten befreit.
Was ist eine Sozialbestattung?
Wenn die Bestattungspflichtigen die Kosten nicht tragen können, springt das Sozialamt ein. Nach § 74 SGB XII werden „die erforderlichen Kosten einer Bestattung“ übernommen, soweit es den Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, sie zu tragen. Übernommen wird also nur, was für eine einfache, würdige Bestattung erforderlich ist, nicht aber Sonderwünsche.
Ob Ihnen die Kosten zuzumuten sind, prüft das Sozialamt im Einzelfall anhand von Einkommen, Vermögen und Nachlass. Sprechen Sie das Sozialamt möglichst früh an, am besten bevor Sie einen Vertrag mit dem Bestatter unterschreiben, und bewahren Sie alle Rechnungen auf.
Gibt es noch Sterbegeld?
Von der gesetzlichen Krankenkasse nicht mehr: Das Sterbegeld wurde mit der Gesundheitsreform gestrichen, die im Wesentlichen ab 1. Januar 2004 galt (Sozialpolitik aktuell, Universität Duisburg-Essen). Sterbegeld gibt es heute aber noch aus anderen Quellen:
Gesetzliche Unfallversicherung: Starb jemand an den Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, erhalten Hinterbliebene Sterbegeld in Höhe eines Siebtels der jährlichen Bezugsgröße (§ 64 SGB VII). Bei einer Bezugsgröße von 47.460 Euro sind das 2026 rund 6.780 Euro (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026).
Beamte und Versorgungswerke: Für Beamtinnen und Beamte gibt es teils ein Sterbegeld, auch einige berufsständische Versorgungswerke zahlen (Verbraucherzentrale).
Private Vorsorge: Sterbegeld- oder Lebensversicherungen zahlen an die vereinbarten Bezugsberechtigten; mehr dazu im Artikel zur Lebensversicherung im Todesfall.
Bezog die verstorbene Person eine Rente, kann der hinterbliebene Ehepartner außerdem innerhalb von 30 Tagen einen Vorschuss in Höhe des Dreifachen der Rente des Sterbemonats beim Renten Service der Deutschen Post beantragen (Deutsche Rentenversicherung). Er kann helfen, die ersten Rechnungen zu bezahlen.
Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?
Eine Sterbegeldversicherung ist eine Kapital-Lebensversicherung mit einer meist kleinen Versicherungssumme, nach Angaben der Verbraucherzentrale zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Die Beiträge richten sich nach dem Sterberisiko und steigen mit dem Eintrittsalter. Gerade bei Älteren fließen deshalb schnell mehr Beiträge, als die Hinterbliebenen später ausgezahlt bekommen; ab dem Rentenalter rät die Verbraucherzentrale daher eher ab.
Als Alternativen nennt sie einen eigenen Sparplan oder einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestatter. Das Geld dafür gehört aber nicht auf das Konto des Bestatters, sondern auf ein Treuhandkonto oder ein Sparbuch mit Sperrvermerk. Entscheidend ist in jedem Fall, dass Ihre Angehörigen wissen, dass es eine Vorsorge gibt und wo die Unterlagen liegen.
Kann man Beerdigungskosten von der Steuer absetzen?
Bei der Erbschaftsteuer ja: Für Bestattung, Grabdenkmal, übliche Grabpflege und die Kosten der Nachlassabwicklung können Erben pauschal 15.000 Euro ohne Nachweis abziehen; wer höhere Kosten belegen kann, setzt die tatsächlichen Kosten an (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG, Stand: 2026). Ob überhaupt Erbschaftsteuer anfällt, hängt von den Freibeträgen ab, die der Artikel zum Erbschaftsteuer-Freibetrag erklärt.
Bei der Einkommensteuer ist der Spielraum klein. Als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG zählen Beerdigungskosten nur, soweit sie nicht aus dem Nachlass oder aus anderen Geldleistungen im Zusammenhang mit dem Tod, etwa einer Versicherung, gedeckt sind (BFH, Beschluss vom 21.2.2018, VI R 11/16). Außerdem wirkt sich nur der Teil oberhalb der zumutbaren Belastung aus. Im Einzelfall hilft eine Steuerberatung weiter.
Was ist bei islamischen, jüdischen oder weltlichen Bestattungen zu beachten?
Die rechtlichen Pflichten sind für alle gleich: Leichenschau, Anzeige beim Standesamt und die Fristen des jeweiligen Bundeslandes. Darüber hinaus ist die Form eine persönliche Entscheidung. Eine weltliche Trauerfeier mit freier Rednerin oder freiem Redner ist ebenso möglich wie eine kirchliche Feier; die freie Rede wird mit einem Honorar vergütet. Anregungen für die Rede finden Sie unter Trauerrede schreiben.
In vielen muslimischen Familien sind eine schnelle Erdbestattung, die rituelle Waschung und ein Grab mit Ausrichtung nach Mekka wichtig; manche Friedhöfe haben dafür eigene Grabfelder. Ob eine Bestattung im Leichentuch ohne Sarg möglich ist, regeln Landesrecht und Friedhofssatzung. Jüdische Gemeinden bestatten in der Regel auf eigenen Friedhöfen, wo das Grab traditionell auf Dauer erhalten bleibt; die Gemeinde kennt die Abläufe und Kosten. Wird jemand im Ausland beigesetzt, kommen Überführungskosten hinzu. In allen Fällen gilt: Die Praxis ist von Familie zu Familie verschieden, und ein erfahrener Bestatter hilft beim Abstimmen.
Häufige Fragen
Wer zahlt die Beerdigung, wenn kein Geld da ist?
Zunächst die Erben aus dem Nachlass, dann die nach Landesrecht Bestattungspflichtigen. Können diese die Kosten nicht tragen, übernimmt das Sozialamt nach § 74 SGB XII die erforderlichen Kosten einer einfachen Bestattung.
Muss ich die Beerdigung bezahlen, wenn ich das Erbe ausschlage?
Als Erbe nicht mehr. Gehören Sie aber zu den nach Landesrecht bestattungspflichtigen Angehörigen, können Sie trotzdem für die Kosten herangezogen werden. Ist Ihnen das finanziell nicht zuzumuten, können Sie beim Sozialamt die Übernahme beantragen.
Wie hoch ist das Sterbegeld 2026?
Die Krankenkassen zahlen kein Sterbegeld mehr. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt bei tödlichen Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ein Siebtel der Bezugsgröße, 2026 rund 6.780 Euro. Private Sterbegeldversicherungen zahlen die vertraglich vereinbarte Summe.
Kann der Bestatter direkt vom Konto der verstorbenen Person bezahlt werden?
Ja, die Bestattungskosten sind Nachlassverbindlichkeiten. Für den Zugriff auf das Konto brauchen Sie aber einen Erbnachweis oder eine Vollmacht über den Tod hinaus; fragen Sie Ihre Bank, wie sie Bestatterrechnungen handhabt.
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