
Musik sagt bei einer Trauerfeier oft das, wofür Worte fehlen, und die Auswahl kann ein liebevoller letzter Gruß sein. Für die Beerdigung eignen sich Lieder, die zum verstorbenen Menschen und zur Art des Abschieds passen: deutschsprachiger Pop, internationale Balladen, klassische Stücke, Kirchenlieder oder reine Instrumentalmusik. Meist werden nur wenige Stücke gespielt, etwa zum Ankommen, nach der Trauerrede und zum Abschied.
Wo hat Musik ihren Platz im Ablauf der Trauerfeier?
Bei den meisten Trauerfeiern, ob weltlich oder kirchlich, gibt es feste Momente für Musik. Zu Beginn begleitet ein ruhiges Stück das Ankommen der Gäste und schafft einen Übergang vom Alltag in den Abschied. Zwischen Ansprache oder Trauerrede und Gebeten gibt ein Lied Raum, das Gehörte nachklingen zu lassen. Am Ende, wenn die Gäste am Sarg oder an der Urne vorbeigehen oder der Weg zum Grab beginnt, darf die Musik persönlicher oder sogar hoffnungsvoll sein.
Am Grab selbst ist es oft still, manchmal spielt ein einzelnes Instrument, etwa eine Trompete, eine Geige oder ein Dudelsack. Bei einer Seebestattung oder einer Beisetzung im Wald findet die Feier mit Musik oft vorher in einer Trauerhalle statt. Fragen Sie, welche Möglichkeiten es an Bord oder im Wald gibt.
Welche deutschsprachigen Lieder passen zur Beerdigung?
Deutschsprachige Lieder haben den Vorteil, dass alle Gäste den Text verstehen. Das kann sehr tröstlich sein, aber auch sehr direkt. Hören Sie sich jedes Lied vor der Feier noch einmal ganz an. Häufig gewählt werden zum Beispiel:
„Der Weg“ – Herbert Grönemeyer: leise und ehrlich, für Menschen, die keinen Trost von außen wollen, sondern Wahrhaftigkeit.
„Geboren um zu leben“ – Unheilig: getragen und zugleich voller Lebensbejahung, oft gewählt für Menschen, die zu früh gegangen sind.
„Halt dich an mir fest“ – Revolverheld feat. Marta Jandová: passt, wenn Zusammenhalt in schweren Zeiten im Mittelpunkt stehen soll.
„Amoi seg' ma uns wieder“ – Andreas Gabalier: in Mundart und mit Hoffnung auf ein Wiedersehen, besonders im Süden beliebt.
„Ein Stern (… der deinen Namen trägt)“ – DJ Ötzi & Nik P.: eingängig und warm, für Familien, die es bewusst einfach und herzlich mögen.
„Über sieben Brücken musst du gehn“ – Karat, bekannt auch in der Version von Peter Maffay: ein Lied über schwere Wege, das vielen aus mehreren Generationen vertraut ist.
„Hinterm Horizont“ – Udo Lindenberg: für alle, die den Abschied mit einem Blick nach vorn verbinden möchten.
„Über den Wolken“ – Reinhard Mey: leicht und weit, schön für Menschen, die das Reisen oder das Fliegen liebten.
Welche internationalen Songs werden bei Beerdigungen gespielt?
Englischsprachige und andere internationale Lieder sind bei Trauerfeiern in Deutschland weit verbreitet. Weil nicht alle Gäste jedes Wort verstehen, wirken sie oft etwas weniger überwältigend als deutsche Texte.
„Tears in Heaven“ – Eric Clapton: zart und zurückhaltend, ein Lied über Verlust, das ohne große Gesten auskommt.
„Hallelujah“ – Leonard Cohen, in vielen Coverversionen: feierlich, ohne festgelegt kirchlich zu sein.
„Time to Say Goodbye“ – Andrea Bocelli und Sarah Brightman: groß und emotional, für einen bewusst feierlichen Abschied.
„My Way“ – Frank Sinatra: für Menschen, die ihr Leben selbstbestimmt geführt haben.
„What a Wonderful World“ – Louis Armstrong: dankbar und heiter, wenn ein erfülltes Leben gefeiert werden soll.
„Let It Be“ – The Beatles: ruhig und tröstend, vertraut für viele Generationen.
„Somewhere Over the Rainbow / What a Wonderful World“ – Israel Kamakawiwoʻole: nur Stimme und Ukulele, sanft und hoffnungsvoll.
„Supermarket Flowers“ – Ed Sheeran: sehr persönlich, besonders passend beim Abschied von einer Mutter oder Großmutter.
Welche klassische Musik eignet sich für eine Trauerfeier?
Klassische Musik passt zu fast jeder Form des Abschieds, weil sie ohne Worte auskommt und niemandem eine Deutung vorgibt. Viele Stücke gibt es in kurzen Bearbeitungen für Orgel, Klavier oder kleine Besetzungen.
„Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 – Johann Sebastian Bach: ruhig fließend, ein Klassiker zum Beginn der Feier.
„Ave Maria“ – Franz Schubert: innig und vertraut, gesungen oder rein instrumental.
„Ases Tod“ aus „Peer Gynt“ – Edvard Grieg: schwer und würdevoll, für einen stillen Moment des Gedenkens.
„Adagio for Strings“ – Samuel Barber: langsam ansteigend, sehr bewegend.
Kanon in D – Johann Pachelbel: hell und ruhig, eher tröstlich als traurig.
„Ombra mai fu“ (Largo) aus „Xerxes“ – Georg Friedrich Händel: warm und getragen, oft auf der Orgel gespielt.
„Jesus bleibet meine Freude“ – Johann Sebastian Bach: gelöst und lichtvoll, schön zum Auszug.
Welche Kirchenlieder und religiösen Gesänge sind üblich?
Bei einer christlichen Trauerfeier singt die Gemeinde oft gemeinsam, begleitet von der Orgel. Pfarrerin oder Pfarrer schlagen meist Lieder vor und kennen die Gepflogenheiten der Gemeinde. Häufig gewählt werden etwa „So nimm denn meine Hände“ (Melodie von Friedrich Silcher), „Befiehl du deine Wege“ (Text von Paul Gerhardt), „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ (Text von Dietrich Bonhoeffer), „Großer Gott, wir loben dich“ und „Amazing Grace“. Jedes davon verbindet Trauer mit Vertrauen, auf je eigene Weise.
In anderen Traditionen hat Musik einen anderen Stellenwert. Bei jüdischen Bestattungen stehen Psalmen und das Kaddisch im Mittelpunkt, wie der Zentralrat der Juden in Deutschland beschreibt; Instrumentalmusik ist in vielen Gemeinden nicht üblich. Bei muslimischen Bestattungen ist das Totengebet zentral, das meist der Imam leitet, wie der Tag der offenen Moschee erklärt. Auch hinduistische, buddhistische und andere Familien haben eigene Formen des Abschieds. Die Praxis unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde, deshalb lohnt sich ein Gespräch mit der Familie oder der Gemeinde, bevor Sie Musik vorschlagen.
Welche Instrumentalstücke passen, wenn keine Worte gewünscht sind?
Instrumentalmusik ist eine gute Wahl, wenn die Trauergäste aus verschiedenen Kulturen oder Glaubensrichtungen kommen oder wenn Texte die Familie zu sehr aufwühlen würden.
„Il Silenzio“ – Nini Rosso: ein Trompetensolo, das am offenen Grab besonders eindringlich wirkt.
„Highland Cathedral“ – Ulrich Roever und Michael Korb: auf dem Dudelsack feierlich und weit, im Freien sehr eindrucksvoll.
„Gabriel's Oboe“ – Ennio Morricone: schlicht und schön, für einen ruhigen Moment ohne Worte.
„Conquest of Paradise“ – Vangelis: getragen und kraftvoll, passend zum Auszug.
„Una mattina“ – Ludovico Einaudi: zurückhaltendes Klavier, modern und unaufdringlich.
„Comptine d'un autre été: L'après-midi“ – Yann Tiersen: verspielt und melancholisch, für Menschen mit einem Sinn für das Leichte.
Live gespielt oder vom Band?
Live-Musik wirkt besonders persönlich. Eine Organistin, ein Streichquartett, eine Sängerin oder ein Trompeter bringen eine Präsenz in den Raum, die eine Aufnahme nicht hat. Klassische Stücke und Kirchenlieder eignen sich dafür besonders gut. Fragen Sie im Bestattungshaus nach Musikerinnen und Musikern, die regelmäßig bei Trauerfeiern spielen, und planen Sie das Honorar in die Beerdigungskosten ein.
Pop- und Rocksongs werden meist als Aufnahme abgespielt. Trauerhallen und Bestattungshäuser verfügen in der Regel über eine Anlage. Bringen Sie die Lieder rechtzeitig vorher in dem gewünschten Format vorbei und klären Sie, wer während der Feier die Musik startet. Fragen Sie beim Bestattungshaus oder der Trauerhalle nach, wie die Musikrechte geregelt sind, besonders wenn die Feier für entfernte Angehörige im Internet übertragen werden soll.
Wie finden Sie das richtige Lied für die Beerdigung?
Das beste Lied ist das, bei dem die Gäste an den Menschen denken, um den es geht. Das kann ein Schlager sein, eine Arie, ein Fußballlied oder eine Melodie, die er immer beim Kochen gepfiffen hat. Erlaubt ist, was der Würde des Abschieds und den Wünschen der Familie entspricht. Bei einer kirchlichen Feier sprechen Sie Popmusik vorher mit der Gemeinde ab.
Einfacher wird die Auswahl, wenn Wünsche schon zu Lebzeiten festgehalten wurden. Wer für sich selbst vorsorgen möchte, kann neben der Musik auch Wünsche zur Art der Bestattung, etwa einer Baumbestattung, aufschreiben. Für die Angehörigen ist das später eine große Entlastung.
Häufige Fragen
Wie viele Lieder spielt man bei einer Beerdigung?
Meist werden einige wenige Stücke gespielt, etwa zu Beginn, nach der Ansprache und zum Abschluss. Wie viele in Ihre Feier passen, hängt vom Zeitrahmen der Trauerhalle ab; das Bestattungshaus kann Ihnen dazu Auskunft geben.
Darf man bei einer kirchlichen Beerdigung Popmusik spielen?
Das handhaben Gemeinden unterschiedlich. Viele sind offen für ein persönliches Lied, etwa zum Auszug. Sprechen Sie Ihre Wünsche frühzeitig mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer ab.
Darf man fröhliche Lieder auf einer Trauerfeier spielen?
Ja, wenn es zum Menschen passt und die Familie es möchte. Ein heiteres Lied kann zeigen, wie jemand gelebt hat, und manchmal ist Lachen unter Tränen genau der richtige Abschied.
Wer kümmert sich um die Musiktechnik?
In der Regel das Bestattungshaus oder die Trauerhalle. Klären Sie vorher, in welchem Format die Lieder gebraucht werden, und bestimmen Sie eine Person, die die Reihenfolge kennt.
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Musikwünsche gehören zu den Dingen, die Angehörige später am meisten entlasten, wenn sie schon festgehalten sind. Sie können Ihre Wünsche für den Abschied, wichtige Dokumente und Versicherungsinformationen sicher an einem Ort sammeln und mit den Menschen teilen, die Sie auswählen. Erstellen Sie ein Solace Care-Konto, wenn Sie Unterlagen und Aufgaben an einem Ort bündeln möchten.







