
Vor einer Beerdigung hat man meist anderes im Kopf als Kleidung und möchte trotzdem nichts falsch machen. Die kurze Antwort: Zur Beerdigung trägt man schlichte, gedeckte Kleidung in Schwarz, Dunkelblau, Dunkelgrau oder anderen ruhigen Tönen, sauber und ohne auffällige Muster. Hat die Familie einen eigenen Wunsch geäußert, etwa „bitte in Farbe“, geht dieser Wunsch immer vor.
Welche Farben trägt man zur Beerdigung?
In der christlich geprägten Tradition in Deutschland ist Schwarz die klassische Trauerfarbe, wie etwa Planet Wissen beschreibt. Heute ist der Dresscode für Trauergäste deutlich offener. Dunkelblau, Anthrazit, Dunkelgrau, Dunkelbraun oder gedecktes Grün gelten fast überall als angemessen. Wichtiger als ein bestimmter Farbton ist der Gesamteindruck: zurückhaltend, ordentlich, nicht festlich und nicht freizeitlich.
Grelle Farben, große Aufdrucke, Glitzer oder Kleidung, die bewusst auffällt, wirken bei einer Trauerfeier meist unpassend, es sei denn, die Familie wünscht sich ausdrücklich Farbe. Manche Familien bitten in der Traueranzeige um bunte Kleidung oder um ein bestimmtes Detail, etwa die Lieblingsfarbe des verstorbenen Menschen oder das Trikot seines Vereins. Solche Wünsche sind eine Einladung, nicht eine Pflicht, aber es ist eine schöne Geste, ihnen zu folgen.
Was ziehen Männer zur Beerdigung an?
Für Männer ist ein dunkler Anzug in Schwarz, Dunkelblau oder Anthrazit die sichere Wahl, dazu ein weißes oder dezent helles Hemd und eine dunkle, schlichte Krawatte. Enge Angehörige tragen häufig einen schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte. Wer keinen Anzug besitzt, muss dafür keinen kaufen: Eine dunkle Stoffhose, ein Hemd und ein dunkles Sakko oder ein schlichter dunkler Pullover sind ebenfalls angemessen.
Bei den Schuhen sind dunkle, geputzte Lederschuhe ideal. Auf einem Friedhof mit Rasen- oder Kieswegen kommen Sie mit festen, flachen Schuhen besser zurecht als mit glatten Sohlen. Sportschuhe in Neonfarben und Shorts passen in der Regel nicht.
Was ziehen Frauen zur Beerdigung an?
Frauen tragen meist ein schlichtes dunkles Kleid, ein Kostüm, einen Hosenanzug oder eine Kombination aus dunkler Hose oder Rock und einer schlichten Bluse oder einem Pullover. Röcke und Kleider sind mit Knie- oder Wadenlänge am unkompliziertesten. Tiefe Ausschnitte, sehr kurze Säume und durchscheinende Stoffe wirken bei einer Trauerfeier eher unpassend.
Denken Sie an die Schuhe: Auf Rasen, Erde oder Kies sinken hohe, schmale Absätze ein. Flache Schuhe oder ein breiter Absatz sind am Grab bequemer und sicherer. Eine dunkle Strumpfhose ist eine gute Wahl, wenn Sie ein Kleid oder einen Rock tragen, ist aber kein Muss.
Was tragen Kinder zur Trauerfeier?
Kinder müssen nicht in Schwarz gekleidet sein. Saubere, ruhige Kleidung in dunklen oder gedeckten Farben genügt, etwa eine dunkle Hose oder ein Rock mit einem einfarbigen Oberteil. Wichtiger als Perfektion ist, dass sich das Kind wohlfühlt und eine Stunde oder länger still sitzen kann, ohne dass etwas kratzt oder drückt.
Bei kleinen Kindern ist ein Kleidungsstück mit dem Lieblingsmotiv oder in einer helleren Farbe kein Problem, wenn ein Kind sich damit sicherer fühlt. Viele Familien beziehen Kinder bewusst ein und lassen sie mitentscheiden, was sie zum Abschied von Oma oder Opa tragen möchten.
Was zieht man im Sommer, im Winter und bei Regen an?
Im Sommer dürfen Sie zu leichteren Stoffen greifen: Leinen, Baumwolle oder ein kurzärmeliges dunkles Kleid sind angemessen. Bei großer Hitze ist es in Ordnung, das Sakko auf dem Weg zum Grab abzulegen. Eine schlichte Sonnenbrille ist im Freien in Ordnung.
Im Winter ist ein dunkler Mantel die beste Lösung, darunter mehrere Schichten. Kapellen und Trauerhallen sind nicht immer gut geheizt, und am Grab steht man länger still. Dunkle Handschuhe, Schal und Mütze sind völlig in Ordnung. Bei Regen nehmen Sie einen schlichten, möglichst dunklen Schirm mit; ein bunter Werbeschirm fällt am Grab mehr auf, als man denkt.
Gilt für Urnenbeisetzung, Seebestattung oder Baumbestattung ein anderer Dresscode?
Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln, aber die Umgebung spielt eine größere Rolle. Bei einer Urnenbeisetzung im kleinen Kreis ist die Kleidung oft etwas weniger förmlich, bleibt aber dunkel und schlicht. Bei einer Seebestattung ist es auf dem Schiff oft windig und kühl: Wählen Sie eine warme, dunkle Jacke und rutschfeste, flache Schuhe. Bei einer Beisetzung im Wald sind wetterfeste Schuhe und eine Jacke wichtiger als ein Anzug, denn der Weg zum Baum führt meist über Waldboden.
Bei einer freien Trauerfeier, die bewusst als Feier des Lebens gestaltet wird, gibt die Familie oft einen eigenen Dresscode vor. Halten Sie sich daran, auch wenn er ungewohnt wirkt.
Was ist bei Trauerfeiern anderer Religionen und Kulturen zu beachten?
Wenn Sie eine Trauerfeier in einer Ihnen fremden Tradition besuchen, ist dezente, bedeckende Kleidung fast immer richtig. Einige Beispiele, wobei die Praxis von Gemeinde zu Gemeinde und Familie zu Familie verschieden ist:
Jüdische Bestattung: Gäste kleiden sich dunkel und bedecken Arme und Knie. Männer tragen auf dem Friedhof eine Kippa, die oft vor Ort ausgeliehen werden kann, wie etwa die Hinweise der Wiener Gemeinde Or Chadasch erklären. Statt Blumen legt man kleine Steine auf das Grab, so der Zentralrat der Juden in Deutschland.
Muslimische Bestattung: Schlichte, lange und nicht durchscheinende Kleidung ist eine sichere Wahl. Findet das Totengebet in einer Moschee statt, betreten Sie den Gebetsraum ohne Schuhe, wie der Tag der offenen Moschee erklärt. Ob Frauen ihr Haar bedecken sollen, fragen Sie am besten vorher die Familie.
Hinduistische Bestattung: Hier ist häufig Weiß die Farbe der Trauer. Angehörige tragen während der Trauerzeit weiße Kleidung, wie Planet Wissen beschreibt. Schwarz ist hier also nicht automatisch die richtige Wahl; was für Gäste passt, weiß die Familie am besten.
Sikh-Trauerfeier im Gurdwara: Wer einen Gurdwara betritt, bedeckt den Kopf und zieht die Schuhe aus, wie der Besucherleitfaden der Religions in Minnesota-Sammlung des Carleton College festhält.
Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie die Familie oder eine Person aus deren Umfeld. Diese Frage wird fast immer als Zeichen von Respekt verstanden, nicht als Störung.
Welche Accessoires und welcher Schmuck sind angemessen?
Weniger ist hier mehr. Eine schlichte Uhr, ein Ehering, kleine Ohrringe oder eine dezente Kette sind passend. Auffälliger Schmuck, große Logos und laute Accessoires lenken ab. Taschen sollten klein und dunkel sein; das Handy bleibt stumm geschaltet in der Tasche.
Manche Familien wünschen sich ein gemeinsames Erkennungszeichen, etwa eine Blume am Revers, ein Band in einer bestimmten Farbe oder einen Anstecker. Ein Trauerflor am Ärmel oder ein schwarzes Band ist heute selten, aber für enge Angehörige weiterhin möglich.
Häufige Fragen
Darf man zur Beerdigung Jeans tragen?
Eine dunkle, gepflegte Jeans ohne Risse ist bei einer schlichten oder kleinen Feier oft akzeptiert, besonders kombiniert mit einem Sakko oder einer Bluse. Bei einer großen, förmlichen Trauerfeier ist eine Stoffhose die sicherere Wahl.
Muss man zur Beerdigung Schwarz tragen?
Nein. Schwarz ist die klassische Farbe, aber gedeckte dunkle Töne sind ebenso angemessen. In manchen Kulturen ist Weiß die Trauerfarbe, und manche Familien bitten bewusst um Farbe.
Was ziehen enge Angehörige zur Beerdigung an?
Enge Angehörige tragen oft die förmlichste Kleidung, häufig ganz in Schwarz. Letztlich entscheidet die Familie selbst; niemand muss sich für den Abschied neu einkleiden.
Darf man zur Beerdigung Rot tragen?
Ein leuchtend rotes Kleidungsstück fällt bei einer Trauerfeier meist auf. Ein dezentes Detail, etwa ein dunkelrotes Tuch, ist dagegen unproblematisch, besonders wenn die Familie Farbe ausdrücklich erlaubt hat.
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Ob Kleidung, Musik oder Ort des Abschieds: Wer seine Wünsche für die eigene Trauerfeier festhält, nimmt Angehörigen später viele Fragen ab. Sie können Wünsche, wichtige Dokumente und Versicherungsinformationen sicher an einem Ort sammeln und mit den Menschen teilen, die Sie auswählen. Erstellen Sie ein Solace Care-Konto, wenn Sie Unterlagen und Aufgaben an einem Ort bündeln möchten.







